Die Situationen sind vielfältig


Du kennst das. Du willst dein Kind in den Kindergarten bringen. In die Schule. Du willst es mit zum Einkaufen nehmen. Oder ihr wollt zum Kinderturnen. Du weißt genau, wenn ihr erst mal da seid, dann freut sich dein Kind darüber dort zu sein. Dann läuft es hervorragend, dein Kind ist zufrieden. Das Problem ist: Der Weg dahin. Und jeder einzelne Schritt, der mit dazu gehört bis ihr aus dem Haus seid. Das Loslassen, der Umgebungswechsel, das Anziehen von Schuhe und Jacke. Und bis du dein Kind soweit gebracht hast, dass ihr das Haus verlassen könnt, hast du ganz schön geschwitzt. Die Antriebslosigkeit, der Widerstand, das Trödeln deines Kindes führt dazu, dass es dir schwer fällt in Verbindung zu bleiben.

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50 friedvolle Lösungsideen für herausfordernde Situationen im Alltag mit deinen Kindern - vom Windel wechseln, übers Anziehen hin zu Zähne putzen und Übergänge gestalten
Warum sind Übergänge eine solche Herausforderung für unsere Kinder

Nun erst einmal: Das ist völlig altersgerecht. Viele Jahre kann es dauern, bis es Kindern leichter fällt, diese Übergänge zu bewältigen. Und selbst ich kenne es mitunter noch von mir selbst, Übergänge kosten mich Energie, fordern mir Ressourcen ab, die ich erst einmal aufbringen muss. Vielleicht kennst du das auch von dir selbst. Wenn du gerade auf der Couch sitzt, ein Besuch bei Freunden ansteht, auf die du dich eigentlich auch freust, aber das aufraffen von der Couch fällt dir gerade einfach schwer. Natürlich wird es mit zunehmendem Alter leichter.

Menschen haben seit jeher in Gesellschaften zusammengelebt und gearbeitet. Oft waren genau diese Gesellschaften nicht darauf ausgelegt zu reisen, Menschen waren überwiegend keine Nomaden, immer gleiche Prozesse vereinfachten das Leben von Menschen ungemein. Immer gleiche Abläufe kosteten weitaus weniger Ressourcen. Sprich: Menschen blieben in ihren Gesellschaften zusammen.

Heute sieht unsere Gesellschaft anders aus: Viele sind berufstätig. Oft sowohl Mutter als auch Vater. Beide arbeiten außer Haus. Kleine Menschen wechseln oftmals täglich sowohl den Ort, an dem sie sich gerade aufhalten als auch ihre Bezugsperson. Und das entspricht weder der Natur des Menschen noch ist es kindgerecht. Und wie schwer genau das einem Kind fällt, ist völlig individuell, hängt ganz vom jeweiligen Kind ab.

Das nächste ist: Wir gehen viel zu oft davon aus, dass die kindliche Kooperationsleistung eine Selbstverständlichkeit ist. Das ist sie aber nicht. Kinder kooperieren mit uns, weil sie uns vertrauen, weil sie uns gefallen wollen. Nicht, weil sie immer verstehen, verstehen können. Kinder verstehen oft nicht, warum sie dieses oder jenes tun sollen, warum sie gewickelt, angezogen werden sollen, warum sie in den Kindergarten gehen sollen. Ihnen fehlt die Vorausschau und die Verantwortung hierfür liegt bei uns.

In den Kindergarten gehen unsere Kinder in aller Regel deshalb, weil wir einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Sprich, sie tun das nicht für sich. Auch hier kooperieren sie, tun das für uns. Das sollten wir sehen und anerkennen.

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Was kannst du tun, um deinem Kind Übergänge zu erleichtern

Wie kannst du nun also damit umgehen, dass dein Alltag so ist, wie er ist. Wie kannst du auch hier in die Verantwortung für dich und dein Kind kommen und möglichst friedvolle Lösungen für Übergangssituationen finden.

Davon abgesehen, dass du dich fragen kannst, ob dieser Übergang gerade wirklich notwendig ist, oder ob du dir selbst und deinem Kind diesen Stress ersparen kannst, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die du nutzen kannst, um es deinem Kind leichter zu machen. Und genau das darfst du dir auch selbst geben: Die Erlaubnis es dir leicht zu machen.

  1. Gesteh deinem Kind Zeit zu und kündige die Übergänge an

Ich glaube, dass es ungemein wichtig ist, dass du deinem Kind Zeit zugestehst. Kündige den Übergäng frühzeitig an. Sag deinem Kind, dass du gleich los möchtest und gib ihm Zeit, sich auf diese Situation einzustellen. Meine Tochter wurde eine Weile an zwei Tagen in der Woche von einer Freundin mit betreut. Ich rief sie regelmäßig an, bevor ich mich auf den Weg machte, meine Tochter abzuholen. Damit hatte sie jeweils immer mindestens eine halbe Stunde Zeit, um meine Tochter langsam darauf vorzubereiten. Das half sehr, um die Situation zu entspannen und die Zeit des Abholens zu verkürzen. Mitunter hat es allerdings auch dann noch länger gedauert, bis wir diesen Übergang bewältigen konnten. Ich habe versucht ihr diesen Zeitraum so gut es ging zu ermöglichen.

Was auch half war, wenn ich den nahenden Übergang klar kommuniziert und beschrieben habe, in dem ich gesagt habe, „Du kannst noch einmal schaukeln und dann gehen wir nach Hause…“. Solche klaren Verbalisierungen treffe ich in der Regel in Verbindung mit meiner Tochter. Sprich, ich frage sie, wir reden darüber. Sie bringt ihre Ansichten mit rein und ich meine und wir finden hier gemeinsam eine Lösung. Ich glaube, dass wir hier Kindern wirklich Kompetenzen zusprechen sollten.

 

2. Übergangsobjekte helfen

Für beide meiner Kinder spielten Übergangsobjekte oftmals eine große Rolle. Wenn sie etwas von zu Hause mit zu den Tageseltern nahmen oder anders herum, dann half ihnen das, die Übergangssituation zu bewältigen. Gleiches galt übrigens in der Zeit, in der meine Freundin meine Tochter begleitete. Hier nahm meine Tochter oft etwas von zu Hause mit oder eben anders herum.

 

3. Mach es deinem Kind so einfach wie möglich

Ich möchte nicht, dass das als Manipulation missverstanden wird. Mir geht es nicht darum, dass du deinem Kind die Gefühle, die es hat, nämlich, dass ihm der Übergang schwer fällt absprechen sollst. Stehe an seiner Seite, versteh dich als Teamplayer deines Kindes. Begleite dein Kind durch die Situation hindurch, verbalisiere seine Gefühle, all das. Sieh dein Kind, und erkenne an, dass es dir zu liebe hier gerade kooperiert. Und dann überlege mit deinem Kind gemeinsam, wie ihr die Situation für dein Kind erleichtern könnt. Was hilft deinem Kind? Vielleicht könnt ihr vereinbaren, dass ihr nach diesem Termin, den du gerade wahrnehmen willst, noch auf den Spielplatz gehen könnt, dass ihr noch eine Freundin oder einen Freund besuchen fahrt, dass ihr hinterher einen Ausflug macht, ins Schwimmbad fahrt, ein Eis essen geht oder was auch immer deinem Kind Freude bereitet. Wie gesagt, mir geht es nicht um die Haltung, dass du dein Kind hier erpressen sollst, damit es dann gerne mit dir mit kommt. Mir geht es darum, dass du dir und deinem Kind leicht machen darfst.

 

4. Tschüss sagen

Meiner jüngeren Tochter hilft es ungemein, wenn sie, bevor wir eine Situation verlassen, mindestens einem Menschen vor Ort noch Tschüss sagt. Für sie ist das ein Übergangsritual, dass sie unglaublich gern für sich nutzt und ihr hilft. Meine ältere Tochter hingegen möchte gerade möglichst keinem Tschüss sagen, weil sie – wie ich glaube – hiermit Trauer verbindet und es ihr leichter fällt, wenn die Verabschiedung gar nicht erst statt findet. Hier gilt es wie so oft: Finde du die Lösung für dich, die sich für dich und deine Kinder stimmig anfühlt.

Ich habe noch einige weitere Lösungsideen in meiner Checkliste zusammengetragen, die du hier herunterladen kannst:

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Written by Verena

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