Körperlich agierende Kinder zu begleiten kann äußerst anstrengend sein. Ja.

Manoman. Ist das anstrengend. Es gibt sehr körperliche Kinder. Und ja. Sie bringen uns an unsere Grenzen. Es ist echt herausfordernd ein Kind zu begleiten, dass auf körperlicher Ebene kommuniziert. Das verstehe ich total. Es gibt Kinder, die bewusst häufiger als andere Kinder kratzen, beißen, treten, schlagen. Die sich auf diese Art und Weise ausdrücken.

Und dann? Ab jetzt braucht es also Regeln und Grenzen?

Und dann wird der Ruf danach, dass das Kind gefälligst damit aufzuhören hätte und die Frage danach, wie ich genau das meinem Kind abtrainiere, immer größer. Irgendwann ist auch einfach mal Schluss. Es braucht Regeln und Grenzen. Auch gern argumentiert mit: „BO schließt Grenzen und Regeln nicht aus. Und irgendwann ist Schluss“.

Ich glaube, dass das funktioniert. Tatsächlich. Vielleicht. Ich kann so lange auf ein Kind einwirken, bis es mit diesem Verhalten aufhört. Das nenne ich dann Erziehung. Und die lehne ich ab.

Ich glaube, wenn wir so argumentieren, dann gehen wir davon aus, dass der friedvolle Umgang mit Menschen irgendwann einfach auch mal einen Schlusspunkt findet. Und nein, das unterstütze ich nicht. Ich glaube, dass Kinder ein Recht auf eine gewaltfreie Kindheit haben. Bedingungslos. Immer. Und das hört nicht irgendwo auf.

Was tue ich denn dann?

Wie gehe ich also damit um, wenn es mir nicht mehr um den schlichten Ruf nach Grenzen und Regeln geht? Was mache ich, wenn es mir nicht mehr darum geht mein Kind zu ändern, sondern in die Verantwortung für mein Kind zu kommen? Ich glaube, dass ich dann ins wirkliche Verstehen und in die Einfühlung komme.

Es geht also darum, WARUM dein Kind genau dieses Verhalten zeigt? WARUM haut, kratzt, beißt dein Kind? Worum geht es deinem Kind mit diesem Verhalten? Ich glaube, dass es zig Gründe für dieses Verhalten geben könnte. Verhalten zielt immer auf Bedürfniserfüllung ab.

Welche unerfüllten Bedürfnisse könnten als hinter einem Kind stecken, das beißt, kratzt, haut und spuckt?

 

Was könnte das also sein?

Ich glaube, dass es zunächst einmal wichtig ist zu unterscheiden, in welchem Alter dieses Verhalten auftritt. Tritt dieses Verhalten im Alter bei Kindern unter 3 Jahren auf, dann ist auf jeden Fall die Gehirnreife zu berücksichtigen. Dein Kind ist oft schlicht noch nicht in der Lage sich anders auszudrücken. Es ist eine Art der Kommunikation. Womöglich steht dein Kind für sich und seine Integrität ein.

Es ist insgesamt unglaublich wichtig, dass du dich beginnst in dein Kind einzufühlen. Wie genau sieht also die Situation aus, in der dein Kind dieses Verhalten zeigt? Was stört dein Kind, was braucht es? Was bringt es dermaßen in Not? Welche Gefühle liegen hinter dem gezeigten Verhalten?Und worum geht es wirklich? Das ist im übrigen nicht anders, wenn dein Kind bereits älter ist, und das Gehirn schon weiter reifen konnte. Ein Mensch haut nicht deshalb, weil es ihm gut geht und ihm gerade mal danach ist. Nein. Es ist ein Ausdruck von etwas, was darunter liegt. (Hier kannst du weiterführend zu Wut lesen)

 

Und hier kommen wir ins Spiel

Und ich glaube, dass es in unserer Verantwortung liegt für unsere Kinder zu sorgen, sie bedingungslos anzunehmen wie sie sind und ihnen zu vertrauen, dass dieses Verhalten aufhören wird. Wenn sie Zeit und Raum bekommen haben um zu lernen, um sich zu entwickeln und ihre Gefühle und Bedürfnisse gelernt haben anders auszudrücken. Aber das braucht eben seinen Platz. Viel Platz. Dein Kind wird es also lernen. Dein Kind wird lernen, sich anders auszudrücken.

Die Frage ist nur, ob es das auf eine Art und Weise suggeriert, die ihm gleichzeitig für sein Leben mit auf den Weg gibt: DU bist nicht okay. So wie du bist, will ich dich nicht haben, oder aber: Ich liebe dich, genau so wie du bist. Und ich vertraue dir, dass du andere Wege finden wirst, um dich auszudrücken und bis dahin helfe ich dir, weiß darum, dass ich dein sicherer Hafen stehe und stehe bedingungslos an deiner Seite.
(Hier kannst du weiterführend: Über Macht in Eltern Kind Beziehungen lesen)

 

Und wie sieht das nun konkret aus?

Sprich mit deinem Kind, wenn es dir wirklich, wirklich weh tut, dann äußere das. Dann schau, ob du die Wut deines Kindes umlenken kannst, schau ob ihr vielleicht gemeinsam in einen Boxsack boxen könnt? Ob ihr statt dessen brüllen, raufen, tanzen, Trampolin springen könnt? Wie könnt ihr in die Bewegung kommen, um die Wut auf diese Art und Weise rauszulassen? Um ihr Platz und Raum zu geben?

Und ist es denn wirklich das? Oder tut es dir physisch gar nicht weh, aber du hast einfach echt, echt Angst?

Du malst dir aus, wie die Zukunft deines Kindes aussehen könnte, wenn es schlägt, boxt, tritt, haut, spuckt? Du hast Angst darum, dass dein Kind deine Freunde findet, was andere über dich denken könnten, worum geht es dir wirklich?

Da hilft letztlich nur ein ganz, ganz ehrlicher Blick auf dich selbst. Und genau da würde ich ansetzen. Da würde ich hinfühlen, wovor ich Angst habe und diesen Druck, diese Belastung, diesen Schmerz loslassen.

Du liebe Mama, bist keine schlechte Mama, weil dein Kind sich gerade körperlich ausdrückt. Das Verhalten deines Kindes sagt nichts über deinen Wert als Menschen aus. Und wenn du das loslassen kannst, gelangst du schließlich tatsächlich ins Hier und Jetzt und kannst entdecken, worum es deinem Kind gerade wirklich geht und dich mit deinem Kind tief verbinden.

Hier kannst du weiterführend darüber lesen: wie du dein Kind in seiner Not begleiten kannst.

Dein Kind agiert oft körperlich? Und genau das überfordert dich? 
Ich sehe und fühle dich! Ich verstehe es unglaublich gut! 

Ich begleite dich dabei auch in diesen Momenten möglichst gelassen mit deinem Kind zu agieren und in der Verantwortung für dich und dein Kind zu bleiben. Hierzu kannst du mir an: info@familiengeflecht.de und ein unverbindliches Kennlerngespräch vereinbaren. 

Alternativ kannst du hier mehr über mein Angebot lesen: www.familiengeflecht.de/meineangebote.

 

Written by Verena

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