Der kann sich auch einfach mal zusammen reißen und vernünftig im Unterricht mitmachen und seine Leistung erbringen.

Ich habe ihr schon zigmal gesagt, dass sie sich auf den Hosenboden setzen muss.

Sie muss sich jetzt verdammt noch mal anstrengen, sonst wird das nichts.

Mir selbst sagte damals eine Lehrerin,

jeder von uns hat sein Päckchen zu tragen und muss verdammt noch mal seiner Pflicht nachkommen.

Ich bin zutiefst bestürzt, ob dieser inneren verletzten Kinder, dieser Annahmen. Da wird davon ausgegangen, dass schulische Leistungserbringung wichtiger sein könnte als der Mensch, der dahinter steckt. Aber ist das wirklich wahr? Ist es wirklich schulischer Erfolg, von dem ein zufriedenstellendes Leben abhängt? Oder ist Leben nicht so viel mehr und sollte im Leben nicht Beziehung an erster Stelle stehen? Worauf kommt es im Leben wirklich an?

Mich persönlich hinterlassen diese Sätze so nachdenklich, weil ich glaube, dass es im Leben auf so viel mehr ankommt. Weil ich mich dagegen zur Wehr setze, den Menschen als Objekt zu begreifen, der tagtäglich seine Leistung abzuarbeiten hat und genau daran der Wert eines Menschen gemessen wird.

Wir sind keine Roboter oder Maschinen, die funktionieren, gewatet, und im Zweifelsfall eben mal schnell ersetzt werden, wenn sie nicht mehr tun, was von ihnen erwartet wird. Und unsere Kinder sind es auch nicht.

Ist es nicht so, dass in dem Moment, in dem ich die schulischen Leistungen meines Kindes über unsere Beziehung stelle, ich mich von meiner Angst vor einem „Was wäre wenn…“ leiten lasse? Die Angst vor der Zukunft verwehrt uns den Blick auf das, was ist, auf das Hier und Jetzt. Da ist die Angst, dass das Kind keinen »vernünftigen« Beruf ergreifen wird, dass es nicht erfolgreich sein wird. Ja. Und dann? Ist da dann die weiterführende tiefgreifende Angst, dass das Kind in der Gosse enden wird? Ich verstehe und sehe diese Ängste. Und doch… ist es nicht so, dass es unsere Aufgabe als Erwachsene ist unsere Kinder voll Vertrauen in die Welt hinein zu begleiten?

Wie soll es kleinen Menschen gelingen, ein Leben in Selbstvertrauen und Vertrauen in die Menschheit zu leben, wenn wir es nicht vorleben können?

Nachfolgend 5 Gründe, warum ich niemals die Beziehung zu meinem Kind für schulische Leistungen nicht belasten werde. Und ich auf keinen Fall zulassen werde, dass irgendeine Zeugnisnote die Beziehung zu meinem Kind belastet.

  1. Am Ende des Lebens zählt die Qualität der Beziehungen, die du geführt hast.

Darüber habe ich auch hier geschrieben.

Ich mein das ernst. Am Ende des Lebens zählt nicht, wie viel du geleistet hast, wie deine Zeugnisnoten oder die deines Kindes aussahen, es interessiert nicht mehr, welche Automarke du gefahren bist, welchen Palast du besessen hast, auf welcher Luxusjacht du Urlaub gemacht hast. Am Ende des Lebens zählt meiner Meinung nach, wie du mit dir selbst verbunden warst, wie es dir gelungen ist in die Selbstverantwortung zu kommen und wie du die Beziehungsqualität zu deinen Lieblingsmenschen gestaltet hast. Ich glaube, es gibt schlicht nichts Wichtigeres als eine tiefe, innere Verbundenheit zu meinen Kindern. Keine Zeugnisnote, kein Test, keine Klassenarbeit – nichts dergleichen sollte Narben in der Beziehung zu meinem Kind hinterlassen.

  1. Den Wert eines Menschen an Leistungen zu knüpfen ist menschenunwürdig.

Nun. Das deutete ich schon an. Ich glaube wirklich, dass es Gewalt ist den Wert eines Menschen daran zu knüpfen, welche Schulnoten er erbringt. Ich finde das tatsächlich schrecklich. Diese Noten sagen letztlich nichts, aber auch wirklich gar nichts, über dein Kind als Menschen aus. Dein Kind ist Mensch und besitzt die Würde eines Menschen. Keine einzige Schulnote dieser Welt kann deinem Kind das nehmen. Und by the way: Keine einzige Schulnote dieser Welt konnte dir jemals diese Würde nehmen. Aber es wurden so vielen großen Menschen Glauben gemacht, dass sie ohne Leistung nichts wert seien. Ich bin darüber unfassbar traurig!

Der Wert von deinem Kind ist nicht daran zu messen, wie gut es lesen, rechnen lernt oder wie gut dein Kind die deutsche Rechtschreibung beherrscht und auch nicht, wie grandios du oder dein Kind im Sport auf dem Trampolin Saltos und Kopfstand machen oder welche Schwimmabzeichen ihr beim Schwimmen erlangt habt. Hören wir auf mit diesem Wahnsinn!

Und auch DU bist Mensch und besitzt die Würde eines Menschen. Dazu brauchst du dich nicht 40 Stunden lang in einem Job abschuften, der du eigentlich gar nicht mehr ausüben willst. Du musst nicht den Umsatz der Firma massiv erhöhen, um etwas wert zu sein. Ne. Du bist wertvoll, weil du du bist. Das reicht. Das ist bedingungsloses Annehmen deiner selbst. Und das darfst du dir und deinem Kind schenken.

  1. Die schulische Leistungserbringung und Bewertung zerstört natürliches Lernen

Tja. Wie hat dein Kind denn krabbeln, sitzen, laufen, sprechen, hüpfen und all diese hoch komplexen Dinge gelernt? Ist es nicht so, dass es sie vollkommen natürlich ohne jeglichen Leistungsdruck gelernt hat? Vollkommen aus einer natürlichen Begeisterung und Lernfreude heraus? Warum genau sollte es nicht auch all die anderen Dinge lernen, die es für sein Leben braucht? Und wer genau legt fest, welches diese Dinge sind, die bedeutsam für dein Kind sind? Wem steht diese Unterscheidung zwischen relevant und nicht relevant denn eigentlich überhaupt zu, wenn nicht deinem Kind?

„Lernen ist das Persönlichste auf der Welt, so eigen wie dein Gesicht. Aber wenn der Lehrer lehrt, wird der Schüler passiv. Man muss einmal erkennen, dass Lernen kein Kopiervorgang ist. Lernen ist deine allerindiviudellste Operation. Noch individueller als das Liebesleben.“ (Heinz von Foerster 2000)

Ich empfinde es tatsächlich als übergriffig, einem Menschen vorzuschreiben, dass er dieses oder jenes lernen MUSS, weil es jetzt verlangt wird und im Lehrplan steht. Wir greifen damit in das Selbstbestimmungsrecht eines Menschen ein. Genau DAS würde bei einem großen Menschen niemand tun. Da ist die Sache klar. Wer oder was gibt einem das Recht DAS bei einem kleinen Menschen zu tun? Und letztlich geht durch Be- und Abwertung, durch Beurteilung und Fremdbestimmung die natürliche Lernfreude, die dein Kind von Geburt an mitbringt zugrunde. Ich glaube, wir täten gut daran, unseren Kindern mehr zu vertrauen. Sie wollen lernen, von kleinauf. Sie sind keine kleinen gemeingefährlichen Sozialschmarotzer, die Gefallen daran haben, Mama und Papa ein Leben lang auf der Tasche zu liegen. Und:

„Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht.“ (afrikanisches Sprichwort)

Üben wir uns in Geduld und Vertrauen. Unseren Kindern und unsere Beziehung brauchen dies so, so dringend.

  1. Die Konzentration auf schulische Leistungserbringung schürt Angst

Ich glaube, dass Schulnoten grundsätzlich an Angst und Misstrauen gekoppelt sind. Sie suggerieren, dass dem Kind von vorn herein nicht vertraut wird, LERNEN zu wollen. Es wird ununterbrochen ein Menschenbild suggeriert, dass davon ausgeht, dass der kleine Mensch andernfalls faul auf der Haut liegen würde. Mich macht dieses Menschenbild wirklich betroffen. Es ist einfach der Blickwinkel auf uns selbst und unsere Lieblingsmenschen, den wir da bewusst oder (und noch viel, viel häufiger) unbewusst einnehmen. Und du kannst dich im Hier und Jetzt entscheiden, eine andere Perspektive einnehmen zu wollen. Du brauchst auf nichts und niemanden warten.

Darüber hinaus wird der kleine Menschen gemessen, skaliert, in Normen eingeteilt, und er wird damit zum Objekt. Da geht es nicht mehr darum in Beziehung zu leben, es geht nicht mehr darum, was den Menschen ausmacht, was er fühlt, welche Bedürfnisse er hat und was in ihm lebt, an Wünschen, Vorstellungen, Hoffnungen und Ideen. Es geht um eine Maschinerie. Lass nicht zu, dass dein Kind beginnt seine eigene Würde an Leistung zu koppeln und sich nur noch dann wertvoll fühlt, wenn es entsprechende Schulnoten abliefert. Nutz die Chance und steh du bedingungslos hinter deinem Kind.

 

  1. Dein Kind ist kein Zubringer eines kapitalistischen Wirtschaftssystems

 

Das Schulsystem in seiner jetzigen Form hat die letzten Jahrzehnte schlichtweg verpennt. Anders kann ich es gar nicht ausdrücken.

Entworfen im Zeitalter der industriellen Revolution hat es auch heute noch Bestand und soll… ja als was soll es dienen? Als Zulieferer eines kapitalistischen Wirtschaftssystems? Dein Kind ist nicht Material eines kaputten Systems, lass nicht zu, dass dein Kind als Sollbruchstelle unserer Gesellschaft dient (Ruth hat hierzu hier ganz wundervolle Worte gefunden). Dein Kind braucht dich. Voll und ganz. Und es hat nicht zur Aufgabe die Bedürfnisse großer Menschen zu erfüllen. Nimm du diese Last von seinen Schultern.

Ich glaube, dass Schule so anders sein könnte, wenn große Menschen heilen und die Verantwortung, die ihnen obliegt, bewusst annehmen.

Dann kann Schule

Ein Ort der Beziehungsförderung und Beziehungsgestaltung werden

Einladen, inspirieren, faszinieren, begeistern

Vertrauen stärken und Mut machen

Die Quelle des Friedens in der Welt sein (beginnen in mir, hin zum du, hinein in die Schule, nach außen in die Welt)

Ich wünsche Dir aus vollem Herzen, dass es dir gelingt zu heilen, ins Vertrauen zu kommen, du dieses Vertrauen leben und es deinem Kind schenken kannst. Stelle du nichts über die Beziehung zu deinem Kind:

Keine einzige Leistungsfestellung, keine Leistungsbewertung,

keine Zensur einer Klassenarbeit, eines Tests, eines Zeungisses sagt irgendetwas über den Wert deines Kindes aus!

Weiterführende Links:

Gedankenspiel – Dein Kind muss nicht zur Schule gehen
K.R.Ä.T.Z.A. – Schulnoten abschaffen!

DU hast Angst? Dir macht das Bewertungssystem Angst, dein Kind reagiert negativ auf Schule und du brauchst dringend Begleitung von jemandem, der dieses staatliche Schulsystem von drinnen kennt? Der einige Jahre in diesem System gearbeitet hat? 

Dann vereinbare DU heute noch dein unverbindliches Kennlerngespräch mit mir! 

Ich freue mich auf dich!

Written by Verena

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